Wirtschaftskrise: Höchste Zeit für soziale Verantwortung
Hannover, 18.11.2009
In Zeiten verstärkten Kostendrucks hat die gesellschaftliche Verantwortung (CSR „Corporate Social Responsibility“) für viele Unternehmen einen untergeordneten Stellenwert. Dabei zeigen aktuelle Studien, dass CSR-Projekte für eine nachhaltige Positionierung von Marken wichtiger sind als je zuvor. Unternehmen können durch die Einführung ökologischer und sozialer Standards sogar Geld sparen. Die Wirtschaftskrise wird so zur Chance für nachhaltiges Wirtschaften.
„CSR bedeutet weder Sozialromantik noch punktuelles Sponsoring für einen guten Zweck“, so Unternehmensberaterin Stielau. „Es geht vielmehr um die Glaubwürdigkeit von Unternehmen im Markt.“ Der Ansatz ihres Unternehmens „Die Wertewerkstatt“ begreift CSR als Veränderungsmanagement. Dabei werden soziale und ökologische Standards mit Hilfe eines professionellen Projektmanagements in die Geschäftsprozesse integriert.
In der Praxis entstehen so klare Wettbewerbsvorteile. Hat beispielsweise ein Unternehmen den Ressourcenverbrauch seiner Produkte optimiert und beim Herstellungsprozess auf eine verantwortungsvolle Personalpolitik gesetzt, steigt seine Kreditwürdigkeit. Größere Kapitalgesellschaften informieren in ihren Lageberichten auch zu so genannten „nicht-finanziellen Leistungsindikatoren“. Solche Angaben verlangt das Handelsgesetzbuch HGB. Aber auch kleinere Unternehmen werden heute nach den 2007 unter dem Namen ‚Basel II’ eingeführten Eigenkapitalregelungen verstärkt nach risikorelevanten Faktoren beurteilt. Kriterien für nachhaltiges Wirtschaften spielen hier eine wichtige Rolle. Sozial- und Ökostandards können daher überlebenswichtig sein.
Besonders deutlich wird der Vorteil von Corporate Social Responsibility am Absatzmarkt. Bei der Computertechnik überbieten sich beispielsweise inzwischen einige Hersteller an Produktversprechen hinsichtlich gesenkten Stromverbrauchs und verringerten Giftstoffen in den Geräten. „Wer entsprechende Standards rechtzeitig in seiner Unternehmenspolitik eingeführt hat, liegt jetzt vorn“, so Stielau. „Anleger wie Konsumenten suchen sich in Zeiten der Finanzkrise die Unternehmen heraus, die ökologische und soziale Langzeitrisiken in ihre Strategien mit einbeziehen“, fasst Stielau zusammen. Risiken wie kritische Arbeitsbedingungen bei Auslandslieferanten oder veraltete Produktkomponenten mit hohem Schadstoffanteil lassen sich gerade jetzt besonders leicht beheben, da Einkaufspreise derzeit meist auf niedrigem Niveau liegen.
Für die Beraterin der Wertewerkstatt ist die soziale Verantwortung der Unternehmen jetzt vor allem eine Frage funktionierender Prozesse. „Unser Konzept kostet nicht zusätzliches Geld“, erläutert Stielau, „sondern schafft Strukturen, die Wirtschaftlichkeit mit sozialem und ökologischem Zusatznutzen verknüpfen.“


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